Ich arbeite seit nunmehr 35 Jahren auf einem mittelgroßen, deutschen Verkehrsflughafen in Norddeutschland und möchte in diesem Blog ein wenig über meine "Airlebnisse" erzählen. Wie interessant und umfangreich das Ganze wird, hängt von meiner Zeit und meinem Einfallsreichtum ab. Es darf sich aber gern jeder mit Geschichten, Bildern oder informativen Beiträgen beteiligen. Alle Namen in den Beiträgen sind übrigens frei erfunden; falls sich jemand wieder finden sollte, so ist das purer Zufall!

Angefangen hat alles im Sommer 1977: Damals war Helmut Schmidt noch Bundeskanzler und es gab noch die die D-Mark und die DDR. Handy und I-PAD waren noch nicht erfunden und ein PC sah ungefähr so aus.

Im Fernsehen lief die „Deutsche Hitparade" und nicht „DSDS" und ein Liter Sprit kostete umgerechnet etwa 40 Cent. Dafür waren die Flüge im Verhältnis zu heute wesentlich teurer. Fliegen war damals für viele noch etwas Besonderes. Und ein Job am Flughafen ebenfalls. Nur „Auserwählte" durften dort arbeiten. Nun ja, jedenfalls dachte ich das. Ich habe damals zusammen mit sieben anderen Damen in der Fluggastinformation gearbeitet bzw. war dort angestellt, denn bei 25 Abflügen am Tag hielt sich die Arbeit eher in Grenzen. Mir hat der Job von Anfang an viel Freude gemacht, auch wenn es bereits im ersten Jahr zwei ziemlich unerfreuliche Vorfälle gab:

Auf der Ferieninsel Teneriffa stießen eine KLM Maschine und eine B747 der Pan American zusammen Bei der bisher größten Katastrophe in der Geschichte der Luftfahrt starben 583 Menschen. Im gleichen Jahr wurde die Lufthansa Maschine Landshut entführt und auf spektakuläre Weise 5 Tage später von der GSG9 gestürmt. Es konnten zwar alle Geiseln befreit werden, der Kapitän - Jürgen Schumann - war jedoch von den Terroristen erschossen worden, und ich erinnere mich noch, dass am Tag danach der gesamte Flugbetrieb für eine Minute stillstand. Nun war ich an beiden Ereignissen, nicht direkt beteiligt, und ich muss gestehen, dass sich meine Betroffenheit in Grenzen hielt. Trotzdem erlebt man solche Situationen anders, wenn man in dem Bereich arbeitet. Es verleiht dem Job einen Hauch von Abenteuer. Zumindest habe ich das damals so empfunden. Abenteuer Airport eben!